About

(c) Dario Damiano

(c) Dario Damiano

JÖRG ALBRECHT

  • geboren 1981 in Bonn, aufgewachsen in Dortmund, lebt in Berlin.
    Studium der Komparatistik, Germanistik und Geschichte in Bochum und Wien (2001-06), sowie Szenisches Schreiben im Forum Text von uniT Graz (2008-10); Promotion bei Monika Schmitz-Emans, Bochum (2007-11); die Dissertation Abbrüche. Performanz und Poetik in Prosa und Hörspiel 1965-2002 erschien 2014 im Wallstein Verlag; während des Studiums und der Promotion war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes.
  • Jörg Albrecht schreibt Prosa/Romane, Theatertexte, Hörspiele, Essays; seine literarischen Arbeiten zu Themen wie Überwachung, Prekarisierung, Queerness und Stadtentwicklung wurden als Rückkehr des Diskursiven und Politischen in die Literatur der jüngeren deutschen Generation gewertet; seine Foto- und Videoarbeiten und Performances ergänzen die Texte in Form intermedialer Serien und werden regelmäßig in Theatern, Ausstellungen, bei Kongressen und Kunstfestivals gezeigt.
  • Es erschienen die Romane Drei Herzen (2006), Sternstaub, Goldfunk, Silberstreif (2008), Beim Anblick des Bildes vom Wolf (2012) und Anarchie in Ruhrstadt (2014, alle im Wallstein Verlag); zudem übersetzte er Ben Brooks Roman Grow Up ins Deutsche (Nachts werden wir erwachsen, Berlin Verlag 2012); seit 2001 zahlreiche Publikationen in Literaturzeitschriften, Tageszeitungen, Magazinen, Kunstkatalogen etc.
  • Seine Texte hat Jörg Albrecht in intermedialen Formaten immer wieder erweitert, u.a. durch die Kooperation mit anderen Künstlern; so erarbeitete er Hörspiele, Installationen und Performances mit dem Musiker Matthias Grübel; gemeinsame Musikvideos kreierte er mit der Sängerin Nadine Finsterbusch; mit dem Illustrator Christoph Koester entwickelte er ein Comicbuch; und mit der Autorin Gerhild Steinbuch zusammen entstanden 2012 ein Diavortrag in Kostümen (Friendship Is, Steirischer Herbst 2012) und 2013 eine Live-Power-Point-Präsentation zu Jean Pauls Rede des toten Christus vom Weltgebäude herab (Lettrétage Berlin), 2014 folgte beim Steirischen Herbst in derselben Konstellation ein weiteres Textkonzert (You’re not the same, Batman! featuring Georg Leß), 2015 dann Memory der Fiktionen und 2017 die Bar-Performance Liibäh, Liibäh, Liibäh oder: Die Bar liebt ihre Enthusiasten.
  • Er erhielt u.a. 2002 den Förderpreis der Stadt Dortmund für Junge Künstler, 2005 den GWK-Förderpreis für Literatur und den Preis beim Open Mike der Literaturwerkstatt Berlin, 2007 den Literaturpreis des Landes NRW und eine Einladung zum Ingeborg-Bachmann-Preis, 2009 das New York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds, 2010 war er Writer In Residence in Birmingham, 2010/11 Stadtschreiber in Graz; beim Theaterfestival FAVORITEN 2012 wurde Jörg Albrecht der Preis des Landes NRW für besondere künstlerische Leistung verliehen; 2013 Magus-Reisestipendium der GWK für Kaliningrad; für den Roman Es könnte so schön sein erhielt er für 2015 das Stipendium des Deutschen Literaturfonds. 2017 verleiht ihm die Universität Paderborn den Margarete-Schrader-Preis für sein bisheriges Werk.
  • Hörspiele, u.a. mit Matthias Grübel für den Bayerischen Rundfunk Hörspiel und Medienkunst und den SWR; 2009 erschien ihr Hörstück Moon Tele Vision (intermedium records); gemeinsam mit Grübel auch Videos und Medienkunst-Installationen (u.a. Digital Vampire Disc, 2011 im Grazer Orpheum live und als Buch mit DVD im Leykam Verlag); 2012 produzierte Deutschlandradio Kultur Barbarellastrip (Regie: Elisabeth Putz), 2013 der Bayerische Rundfunk Hörspiel und Medienkunst Hell Of Fame (Regie: Bernadette Sonnenbichler), 2017 folgt für den BR Beyond the rainbow.
  • Seine Theatertexte wurden u.a. zu den Werkstatt-Tagen des Burgtheaters 2005 und zum Wochenende Junger Dramatiker der Münchner Kammerspiele 2006 eingeladen; 2004 schrieb er für die Staatsoper Hannover ein Libretto; Inszenierungen waren zu sehen am Maxim Gorki Theater Berlin, am Schauspielhaus Wien, am Theater Neumarkt Zürich, Schauspiel Leipzig und an den Münchner Kammerspielen; Kurzstücke im Rahmen von Festivals und Autorenprojekten (Schillertage Mannheim, Badisches Staatstheater Karlsruhe, Thalia Theater Hamburg, Truck Tracks Ruhr von Rimini Protokoll).
  • Mit Steffen Klewar gründete Jörg Albrecht 2007 das Theaterkollektiv copy & waste; zusammen erforschen sie seitdem die Architektur von Städten und Fiktionen; es entstanden u.a. Wir Kinder vom Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) und Berlin Ernstreuterplatz am Maxim Gorki Theater Berlin 2007 und 2009, Die Versteigerung von No. 36 im WestGermany in Berlin-Kreuzberg 2009, Orlac Hand Out (Theater am Lend Graz/Ringlokschuppen Mülheim, erhielt die Prämie Darstellende Kunst des BMUKK Österreich) 2010, und im Herbst 2011 Die blauen Augen von Terence Hill als Koproduktion von HAU Berlin, Steirischer Herbst und Theaterhaus Jena; von 2012 bis 2014 führen copy & waste mit dem Ringlokschuppen Ruhr einen Modellversuch für ortsspezifisches Theater in einer sich auflösenden Region durch (gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen des „Doppelpass“-Programms), in dessen Rahmen vier Produktionen entstanden, zuletzt als Koproduktion von Ringlokschuppen, Urbane Künste Ruhr und Theater Oberhausen das Projekt 54. Stadt: Arbeiten der Gruppen LIGNA, kainkollektiv, Invisible Playground und copy & waste wurden auf der Folie von Jörg Albrechts viertem Roman Anarchie in Ruhrstadt zu einer Tour durch Mülheim und Oberhausen verbunden. copy & waste realisierten von 2014 bis 2016 in Berlin die PUBLIC SHOWDOWN über den Untergang des öffentlichen Raums in drei Formaten: einem Audioparcours, einer Concep Store Performance und einem Themenpark. Von 2016 bis 2018 arbeiten sie wieder im Rahmen des „Doppelpass“-Programms der KSB mit dem Schauspiel Leipzig zusammen. 2017/18 werden copy & waste in Berlin und Leipzig zudem temporäre Orte erfinden, an denen sie Künstler*innen und Aktivist*innen zusammenbringen, um über Stadt, Natur, Klimawandel und Perspektiven zu kommunizieren.
  • Jurytätigkeit, u.a. für den Plopp!-Hörspielpreis der Deutschen Akademie der Künste 2007, den Retzhofer Dramapreis 2013 und 2015, den Förderpreis der Stadt Dortmund für Junge Künstler*innen 2016.
  • Leitung von Text- und Performance-Workshops, u.a. bei der internationalen Jugendtagung Arts For Education der Stiftung Mercator und des Goethes-Instituts, Essen 2010; im Rahmen eines Lehrauftrags mit copy & waste an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder 2010; für die Bundesakademie für kulturelle Bildung und die Stiftung Niedersachsen im Rahmen des Literaturlabor Wolfenbüttel; 2016 im Forum Text von uniT Graz, im Rahmen des Infiziert-Autorenprogramms am Schauspielhaus Wien und an der UdK Berlin.
  • Jörg Albrecht ist Mitinitiator des Blogs Nazis & Goldmund, das sich mit dem Rechtsruck in Europa beschäftigt, und Mitglied des PEN-Zentrums Deutschland.
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