Die Versteigerung von No. 36

Stage

Foto: Wilma Renfordt

von copy & waste

Jörg Albrecht (Konzept/Text), Matthias Grübel (Musik), Janna Horstmann (Schauspiel), Steffen Klewar (Regie/Schauspiel), Anna Maria Kribus (Assistenz/Kostüm), Wilma Renfordt (Konzept/Dramaturgie), Sebastian Straub (Schauspiel), Sebastian Thiers (Schauspiel), Jakob Walser (Schauspiel), Joachim Weber (Video)

Premiere am 13. November 2009, WestGermany, Berlin

Berlin, Herbst 2029. Das Kottbusser Tor ist tot, gestorben an Kunst, Bohème und Kinderwagen, zuende gentrifiziert. Oedipa Maas ist die Ex-Geliebte des Ex-Brennpunkts und muss sein Testament vollstrecken. Aber was genau wünscht sich das Kotti im Testament: Neubau oder Abriss oder Neubau oder beides gleichzeitig? Oedipa trifft Häuser, Menschen und Super 8-Filme. Und überall entdeckt sie einen Schriftzug: w.a.s.t.e.
Welcome in der Paranoia Bar! Auf der Folie von Thomas Pynchons Versteigerung von No. 49 fragen copy & waste: Was macht es aus, das Kottbusser Tor? Warum kann hier nichts einfach mal stehen bleiben? Wieso wuchern stattdessen immer wieder spontane Bauten – und Bars? Konnte sich dieser Ort nie entscheiden, ob er lieber Idealplanung sein will oder fortgeschrittener Verfall? Wie kann heute und in Zukunft ein Stadtteil wie Kreuzberg 36 bewohnt werden, jenseits von Altbaufetisch und neu hingeklotzten Betonmonstern?
Im WestGermany, das Westdeutschland im Namen wie im Herzen trägt, laufen jetzt schon die Super 8-Projektoren, um sie irgendwie darzustellen: die Realität eines Ortes, an dem sich disparate Räume überlagern, durchkreuzen und jedes Label gleich wieder konterkarieren. Und Hausbesetzer und Bodenspekulanten landen am Ende, wo sie sicher nicht hinwollten: in der Hall of Shame.
All das findet in einer einzigen Nacht statt. Die glamourösen Gäste sind: Klaus Landowsky, Peter Joseph Lenné, der Berliner Bär, Rio Reiser, Yana Yo, Michael Schanze, Louis Le Coq, Klaus Wowereit, Georg von Rauch, Nick Trick und die lustigen Häuser, Wachtmeister Hund [wie Katze], Friedrich II., James Hobrecht, ein 160-köpfiger Gastarbeiter-Chor und: viele andere!
Let’s waste Germany!

Eine Produktion von copy & waste in Kooperation mit dem WestGermany.
Unterstützt aus Mitteln der Kulturförderung Friedrichshain-Kreuzberg.