laß mich dein Leben leben! [Dirty Control 2]

Stage

Foto: Andreas Pohlmann

Uraufführung: 20. März 2009, Münchner Kammerspiele

Regie: Roger Vontobel, Bühne: Claudia Rohner, Kostüme: Eva Martin, Musik: Erol Dizar, Murena, Dramaturgie: Ruth Feindel

mit: Tabea Bettin, René Dumont, Oliver Mallison, Lasse Myhr, Tanja Schleiff, Sebastian Weber

Der Stadt sind Augen gewachsen, viele Augen, und stets sollte man bedenken: “You’re on a camera an average of ten times a day, are you dressed for it?” Die Stadt ist zu einem “Grindhouse” geworden, einem Schmuddelkino, das endlos Filme projiziert, bei denen weniger die Qualität als die Quantität zählt. Kein Zufall also, dass Jörg Albrecht die Mechanismen moderner Überwachung und die Gesetze billig gedrehter Horrorreißer ineinanderblendet, und das gleich als “Double Feature”. Teil 1 (“Aus dem Bild!”) beobachtet sechs B-Movie-Menschen am Set eines Zombiefilms, deren Gespräche um Fragen kreisen wie: Ist die neue Schärfe digitaler Videoaufnahmen gefährlich und quasi eine Säuberung der Stadt vom Dreck? Teil 2 (“Feuer in mir”) schwenkt von der Produzenten- auf die Konsumentenseite. Sechs Teenager schauen sich auf großer Leinwand einen Slasherfilm an und landen in einem beklemmend realen Albtraum. Nahtlos springt nämlich die blutrünstige Handlung in den Zuschauerraum, seinerseits von Videokameras überwacht. “Mancher Film folgt dir aus dem Kino ins Leben”, hatte es warnend im Vorspann geheißen und: “Wer Geschichten liebt, muß schnell genug sein, um ihnen am Schluß zu entkommen.”